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Al Bundy

Inhalt



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Die Serie folgt dem alltäglichen Leben der Bundys. Die Protagonisten der Sitcom sind Al Bundy (Ed O'Neill), ein ehemals glorreicher Footballspieler, der sein Leben lang davon zehrt, es auf der Polk High School in einem Spiel zu vier Touchdowns gebracht zu haben, und der seit seiner Heirat gezwungen ist, seinen Unterhalt als Damenschuhverkäufer zu verdienen; seine wenig arbeitswütige Frau Peggy (Katey Sagal), bekannt für ihr hochtoupiertes rotes Haar, kitschige Kleidung und jegliches Desinteresse am eigenen Haushalt; sowie ihre beiden gemeinsamen Kinder Kelly (Christina Applegate), ihre ebenso attraktive wie "aktive" aber stets begriffsstutzige Tochter, und Bud (David Faustino), der wenig beliebte, aber intelligente jüngste Spross der Familie.

Mehr oder weniger gern gesehene Gäste im Hause Bundy sind Nachbarin Marcy Rhoades-D'Arcy (Amanda Bearse), eine vermögende Bankangestellte, sowie ihr erster Ehemann Steve (David Garrison) und ihr späterer Gatte Jefferson (Ted McGinley).

Anders als z. B. bei der Comedy-Serie Die Bill-Cosby-Show sind die Episoden nicht stark miteinander verknüpft.

Hintergrund

Obwohl Eine schrecklich nette Familie von Anfang an hohe Einschaltquoten erzielen konnte und dem Sender FOX zum lang ersehnten Durchbruch in der Fernsehlandschaft verhalf, war die Serie stets stark umstritten. Auf Grund ihres recht primitiven Humors, der offensichtlichen Frauenfeindlichkeit und der intensiven Einarbeitung stereotypischer Klischees (so zum Beispiel das blonde Dummchen mit den wechselnden Männerbekanntschaften oder die flachbrüstige, feministische Nachbarin, die mit einem devoten Ehemann verheiratet ist) führte die Sitcom zu weitverbreiteten Boykottaufrufen (unter anderem durch die Hausfrau Terry Rakolta aus Michigan, die Ende der 1980er durch ihre TV-Proteste großes Medieninteresse auf sich zog) - meist jedoch vergebens, denn die "schlechte Presse" sorgte für noch größere Popularität unter den Zuschauern. Das Ganze wurde sogar mehr oder weniger in eine Folge verwandelt. In Episode 192 (No Pot to pease in) wird das Leben der Bundys in eine sehr erfolgreiche TV-Serie verwandelt. Diese wird dann allerdings nach kurzem abgesetzt, weil "sie einer Frau in Michigan nicht gefallen hat".

Charaktere

Die Bundys

Al Bundy
(gespielt von: Ed O’Neill; synchronisiert von: Rüdiger Bahr)

Al, das nicht unbedingt anerkannte Oberhaupt der Familie, ist ein ehemals erfolgreicher Footballspieler an der fiktiven Polk High School in Chicago. Auf der Position des Fullback (mit der Nummer 33) spielend erzielte er einst „vier Touchdowns in einem Spiel“ – eine Geschichte, die er in vielen Folgen der Serie erzählt. Zudem gewann er mit Polk High die Chicagoer Stadtmeisterschaft von 1966 nach einer ungeschlagenen Saison und war dabei, mit einem Sportstipendium an einem College zu studieren – bis er Peggy Wanker kennen lernte, diese schwängerte (das mehrfach benutzte Kondom platzte) und heiratete. Daraufhin sah er sich gezwungen, seinen Ferienjob als Damenschuhverkäufer in „Gary's Shoes and Accessoires“ zum Hauptberuf zu machen. Auf Grund dessen betrachtet Al sowohl „Peg“ als auch seine beiden Kinder Kelly und Bud als größtes Übel seines Lebens, eine Ansicht, die er der eigens publizierten Lebensweisheit „Heirate nie!“ zu Grunde legt ("Ich komme mir vor wie eine Schifffahrtsgesellschaft, deren Tanker eine Umweltkatastrophe ausgelöst hat: Ein ungewollter Erguss und ich zahle bis ans Ende meiner Tage."). Kleine Freuden wie sein Dodge, sein Klo (eine Original-Ferguson), Bier, Bowling, ein saftiges Steak (eher selten, da Peggy eigentlich nie kocht) oder der Besuch der lokalen Nacktbar (The Jiggly Room) halten dabei seinen Lebenswillen soweit aufrecht, dass er keinen Suizid begeht. Auch das Beleidigen dicker Kundinnen im Schuhladen bereitet ihm Freude ("Ich verkaufe Schuhe nicht des Geldes wegen. Ich bin hier, um dicke Frauen zu foltern.").

Al Bundy ist ein bis zur Lächerlichkeit patriotischer Amerikaner, der einen über 30 Jahre alten und schrottreifen Dodge fährt, der aus Geldmangel nie gewaschen und gewartet wird, der jedoch über japanische Autos lästert und wider jede Vernunft an altmodischen Werten der Gesellschaft festhält. So arbeitet er für einen lächerlichen Lohn, der es ihm gerade eben ermöglicht, seine Familie zu ernähren, und nimmt dafür Hohn, Spott und Demütigungen sogar aus der eigenen Familie in Kauf. Andererseits ist er, wie auch seine Familie, keineswegs abgeneigt, diese höheren Ideale zu vergessen, wenn es um seinen eigenen Vorteil geht: so klaut er beispielsweise regelmäßig den Nachbarn Steve bzw. Jefferson und Marcy die Zeitung oder das Benzin aus dem Mercedes.

Dennoch weiß Al sich im Notfall rührend um seine Familie zu kümmern: So ist er unter anderem darum bemüht, dass Tochter Kelly durch ihre Freunde nicht in schlechte Kreise gerät (schlägt ihre Besuche regelmäßig zusammen und lässt sie gegen Wände oder die Haustür laufen), Sohn Bud nicht dieselben Fehler wie er selbst begeht und Frau Peggy im äußersten Fall der Fälle auch das bekommt, was sie wirklich will - egal, ob es sich dabei um Sex oder bloß um Geld handelt. Auch kümmert er sich in der Folge "Al und Kelly allein zu Haus" rührend um seine kranke Tochter (auch wenn sie dies voll ausnutzt) und opfert notgedrungen dafür sein ganzes Peggy-freies Wochenende.

Mit seinen Freunden, die ebenfalls gefrustete Verlierer sind, gründet Al den Verein "NO MA'AM", in dem er der Vorstand ist. "NO MA'AM" steht für National Organisation of Men Against Amazonian Masterhood - Nationale Organisation von Männern gegen Amazonen-Herrschaft. Hierbei handelt es sich um ein Akronym (No = Engl. nein bzw. kein(e) / Ma'am = engl. Anrede für Frauen)

Peggy Bundy
(gespielt von: Katey Sagal; synchronisiert von: Kathrin Ackermann)

Margaret "Peggy" Bundy, geborene Wanker aus dem fiktiven Wanker County, Wisconsin (engl. "wanker" = "Wichser"), ist Al Bundys auffallend rothaarige Frau und Mutter seiner beiden Kinder Kelly und Bud. Während ihr Gatte sie als Hauptursache für sein verpfuschtes Leben ansieht, macht Peggy Al für ihr Leben in der oberen Unterschicht verantwortlich - dabei trägt sie selbst recht wenig zum Einkommen und Unterhalt der Familie bei: Obwohl als Hausfrau tätig, weigert sich Peggy zu kochen ("Frühstück? Ich hab ein Ei und einen halben Müsliriegel. Ich könnte ein Omelett machen."), zu waschen oder das Haus zu säubern. Die meiste Zeit verbringt sie hingegen damit, das Haus nach Geld zu durchforsten, Talkshows wie Oprah und Dr Phil anzuschauen und Bonbons/Pralinen zu essen. Außerdem raucht sie. Obwohl Al kaum Interesse an ihrem Äußerem zeigt, ist Peggy trotz ihrer Vorliebe für White trash-Kleidung bemüht, stets attraktiv für andere zu erscheinen - auch wenn sie ihren Ehemann regelrecht zum Sex zwingen muss.

Kelly Bundy
(gespielt von: Christina Applegate; synchronisiert von: Claudia Lössl)

Kelly ist das älteste Kind der Bundys und gilt - wie ihr Spitzname „Dumpfbacke“ (im Original „Pumpkin“) belegt - als naives und stereotypisches Blondchen der Serie. Wie spätere Rückblenden aufzeigten, war sie bis zu ihrem sechsten Lebensjahr ein erstaunlich intelligentes Kind, das viel gelesen und seinen Eltern Al und Peggy damit zugleich einige Sorgen bereitet hatte. Dies änderte sich jedoch, als sie sich während einer Autofahrt den Kopf anschlug und fortan mit einer starken Lernbehinderung zurechtkommen musste. Dieses Trauma verarbeitet Kelly mit häufig wechselnden Männerbekanntschaften (die so gut wie immer dem Rockerklischee entsprechen). Obwohl dies Aufschluss auf ihre Frühreife gibt, birgt Kelly auch kindliche Eigenschaften: So interessiert sie sich unter anderem für Garfield-Comics und Zeichentrickserien wie Bugs Bunny oder Bullwinkle, der Elch. Beruflich ist Kelly (nach ihrem Highschoolabschluss im Jahr 1990) phasenweise als Kellnerin, Model, Tänzerin, Wetterfee, Kammerjägerin (Verminator) und Schauspielerin tätig. Vereinzelt wird in der Serie auf ihren Spitznamen "Pumpkin" (engl. für "Kürbis) angespielt. Durch die ungenaue Übersetzung verlieren diese Gags ihren Witz.

Ebenso sind einige Wortwitze von Kelly ("Mom, when did you go through, you know... mental pause?", "Kelly, it's science. The "C" is silent" "Oh, i know should've stayed in... shool") schlecht oder nur ungenau zu übersetzen. (wie auch in der gesamten Serie)

Bud Bundy
(gespielt von: David Faustino; synchronisiert von: Dirk Meyer (1. Staffel), Dominik Auer)

Budrick „Bud“ Franklin ist der jüngere Bruder von Kelly. Da er bei den Frauen wenig erfolgreich ist, überlegt er sich stets neue Wege und Taktiken, seine Chancen bei den „Tussis“ (im Original: „chicks“ und „babes“) zu erhöhen. Sein erfolgreichstes Alter Ego ist dabei – in Anspielung auf den DJ „Grandmaster Flash“ – „Großmeister B“. Neben vielen Rückschlägen erzielt er mit dem Image des einsamen Straßengangsters (dessen „Herkunftsgeschichte“ – wie in der Serie selbst ausgesagt wird – der Story von „Der Prinz von Bel Air“ gleicht) tatsächlich einige Erfolge. An dieser Stelle ist die Serie (absichtlich?) widersprüchlich, da Bud meist als die Jungfrau - der keine abkriegt - dargestellt wird, obwohl er häufig verschiedene Freundinnen hat (welche jedesmal seine Erste zu sein scheint). In frauenlosen Zeiten sucht Bud Trost bei seiner „einzigen Freundin“, der aufblasbaren Sexpuppe "Isis", die vor allem Kelly zu immer neuen Sticheleien inspiriert ("Isis ist nicht aus Gummi, sie ist aus aufblasbarem Latex!").

Trotz seines familiären Hintergrunds gilt Bud als erfolgreichster Spross der Familie: Im Gegensatz zur Schulversagerin Kelly besteht er den Highschoolabschluss mit Auszeichnungen und schließt später sein Studium an der Universität (Trumaine University) erfolgreich ab.

Sieben
(gespielt von: Shane Sweet; synchronisiert von: Sascha Lohr)

Sieben (im amerikanischen Original Seven) ist ein entfernter Verwandter von Peg, den ihre Cousine und deren Mann nach einem kurzen Besuch einfach zurücklassen und der anschließend von den Bundys adoptiert wird. Seinem späteren Nachnamen gerecht, beweist er, dass er trotz seines recht unschuldigen Äußeren und jungen Alters sowohl sehr manipulativ als auch hinterlistig sein kann.

Obwohl die Rolle von Sieben dazu angelegt worden war, nach dem Heranwachsen von Christina Applegate und David Faustino weitere aber auch bekannte Muster fortzuführen, taten sich die Drehbuchschreiber schwer damit, seinen Charakter in den erwachsenen Kontext der Sitcom einzuarbeiten. Nach einer Umfrage, in der sich 80% gegen die Rolle aussprachen, verschwand Sieben nach nur einigen Folgen sang- und klanglos infolgedessen wieder. In einer späteren Folge sieht man Sieben auf einer Milchpackung, aus der Bud trinkt, als vermisstes Kind abgedruckt. Auf der Milchpackung, die die Bundys vorher hatten, war das Lindbergh-Baby als vermisst gemeldet.

Buck / Lucky
(synchronisiert von: Erik Schumann)

Buck, ein Briard, ist der erste Hund der Familie. Seine „Gedanken“ werden in Form von Voice-Overs des Öfteren in die Serie eingeblendet, um diverse Situationen zu kommentieren. Im Laufe späterer Folgen verstirbt Buck (man beschloss, den zehn Jahre alten Briard auf Grund seines Alters aus der Serie zu nehmen, er verstarb kurz danach), der auf Grund seines katzenfeindlichen Lebens zur Strafe in Form des Spaniels „Lucky“ zu den Bundys zurückgeschickt wird. (Die deutsche Synchronstimme blieb beim Wechsel von Buck zu Lucky unverändert, um die Reinkarnation zu verdeutlichen. Im amerikanischen Original jedoch wechselt die Synchronstimme.)

Die Nachbarn

Marcy Rhoades-D′Arcy
(gespielt von: Amanda Bearse; synchronisiert von: Angelika Bender-Willschrei)

Marcy ist die direkte Nachbarin der Bundys und Pegs beste Freundin. Sie sieht sich selber deutlich über dem Level ihrer Nachbarn, sinkt aber durch ihre Aktionen oft genug auf dasselbe Niveau. Marcy arbeitet in einer Bank, wird dort aber mehrmals wegen Al degradiert. Am Anfang der Serie noch eine Frau, die von der Gleichberechtigung in der Ehe überzeugt ist, verwandelt sie sich von Staffel zu Staffel vermehrt in eine Feministin, die Als gezielten Anfeindungen gekonnt entgegenzutreten weiß; schließlich sieht sie in ihm nur das Paradebeispiel eines Versagers – und dementsprechend behandelt sie ihn auch. Als "Running Gag" wird Marcy in der gesamten Reihe von Al als "Hühnchen" bezeichnet.

Marcy, die im Laufe der Serie von ihrem ersten Ehemann Steve verlassen wird und später unwissentlich den arbeitslosen Jefferson D'Arcy heiratet, gewährt den Bundys in regelmäßigen Abständen Einblicke in traumatische Begebenheiten ihrer Kindheit und des öfteren wird darauf angespielt, dass sie Psychopharmaka gegen diese durch unterschiedlichste Trigger ausgelösten Flashbacks einnimmt.

Steve Rhoades (eigentl. Steven Bartholomew Rhoades) [Bearbeiten]
(gespielt von: David Garrison; synchronisiert von: Günther Beth)

Steve ist Marcys erster Ehemann und wie auch seine Frau von Beruf Bankangestellter. Wie auch seine Frau betrachtet er sich als den Bundys in jeder Hinsicht überlegen; dennoch sitzt er mit Al oft auf dem Sofa und lässt sich von ihm die Welt erklären. Steve ist anfangs vom ehelichen Gleichberechtigungsprinzip überzeugt und teilt nur wenige von Als Meinungen. Wie sich Marcy in die feministische Richtung entwickelt, so findet Steve im Laufe der Zeit zu "seiner Männlichkeit" zurück. Ein Beispiel hierfür ist der Spontankauf eines alten Ford Mustang - ohne Rücksprache mit seiner Frau.

Im Laufe der vierten Staffel verlässt Steve, der dem Yuppie-Leben entsagen will, Marcy und versucht sich als Ranger in den Bergen (David Garrison verließ die Serie, um seine Karriere am Broadway weiter zu verfolgen). In einer späteren Folge wird er wegen des Diebstahls eines wertvollen Vogeleis von der Polizei gesucht, das er als Ranger im Park von einem Pfadfinder-Jungen aus dem Nest hat stehlen lassen. In weiteren Folgen hat er dem Naturschutz den Rücken gekehrt und arbeitet als Chauffeur und Dekan an Buds späterem College.

Jefferson D′Arcy
(gespielt von: Ted McGinley; synchronisiert von: Crock Krumbiegel (5. Staffel), Christian Tramitz)

Jefferson ist Marcys zweiter Ehemann (ab Folge 92), den sie nach der Trennung von Steve auf einer Bankier-Party kennenlernt und anschließend in volltrunkenem Zustand spontan heiratet – unwissend, dass Jefferson zunächst nicht an ihr, sondern mehr an ihrem Geld interessiert ist. Trotz anfänglicher Ungereimtheiten lernt Marcy den bekennenden Sonnyboy und Draufgänger zu akzeptieren – auch wenn er sich (in etwa dem männlichen Ebenbild von Peg entsprechend) entgegen Marcys Vorstellungen stets vor Arbeit drückt und vielmehr um sein Äußeres besorgt scheint.

Wie im Laufe der Serie hin und wieder durch dubiose Umstände erkennbar wird, war Jefferson weit vor seiner Heirat offensichtlich für die CIA tätig. Ihm wurde allerdings gekündigt, als ein von ihm durchzuführendes Attentat auf Fidel Castro scheiterte. Danach machte er zeitweise als Betrüger Karriere; verkaufte unter anderem (unwissentlich) seinem späteren Nachbarn Al ein auf Grund von Giftmüll unbewohnbares Grundstück am Lake Chicamicamico. McGinley hatte schon vorher einen Gastauftritt in der Doppelfolge "Frohe Weihnacht". In dieser Folge zeigt Al´s Schutzengel (gespielt von Sam Kinison, er war ursprünglich für die Rolle des Al Bundy vorgesehen) was aus Al´s Familie geworden wäre wenn es Al nicht gäbe. Dort spielt Ted McGinley Peggy´s Alternativ-Ehemann Norman Jablonsky.








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